… gegen das Olympia Boykott zu sein.
Amnesty International sprach ja sich laut taz aus folgenden Gründen gegen ein Boykott aus:
“Amnesty sei weiter gegen einen Olympia-Boykott, weil die Spiele die Chance böten, dass China größere Schritte in diese Richtung gehe. (…) Das Internationale Olympische Komitee (IOC) habe sich 2001 bei der Vergabe der Sommerspiele offenbar vor allem auf das “Prinzip Hoffnung” und auf die Zusagen Chinas zur Verbesserung der Menschenrechte verlassen. “Es gibt aber keinen Automatismus - das hat spätestens die Entwicklung in Tibet gezeigt.”
Pleiter (China Experte/Amnesty Int.) hält neben einem ernsthaften Dialog mit China auch politischen Druck für notwendig, um das Land zu Veränderungen zu bewegen. Der politische Spielraum, den auch das IOC habe, sei bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Spiele seien ein nationales Projekt. “Die chinesische Regierung hat gar keine andere Wahl, als die Spiele zu einem Erfolg zu machen. Das eröffnet Einflussmöglichkeiten, die aber auch genutzt werden müssen.” Das IOC müsse jetzt die Forderungen nach Entsendung unabhängiger Beobachter nach Tibet übernehmen und sich auch für die Freilassung inhaftierter Olympia-Kritiker in China einsetzen.”
Das klingt vernünftig und logisch. Aber der Gedanke, dass fröhlich ein sehr großes Fest gefeiert wird und munter in China rumgeturnt wird, während die Menschenrechte mit Füßen getreten werden - dass mit anderen Worten gute Mine zum bösen Spiel gemacht wird - der graut mir schon jetzt. Deshalb kann ich die DemonstrantInnen, die heute die Zeremonie der Entzündung der olympischen Fackel störten, sehr gut verstehen.
Andererseits muss man in dem Fall vielleicht einfach seine Wut und seinen Wunsch nach einem symbolischen Boykott zugunsten einer nachhaltig effektiveren Variante zurückstellen.
