Heute in der PNP Passau Land, Vilshofen und Freyung:
Im Haus am Strom gilt: „Für die Zukunft lernen wir“
„Vorbildhaftes Konzept“: Sozialwissenschaftlerin Sabine Ponath veröffentlicht Studie über Umwelteinrichtung
Von Caroline Holzschuher
Jochenstein. Das Donautal als Räuber entdecken, den eigenen Wasserverbrauch tragen: Die Projekte vom Haus am Strom ermöglichen langfristiges Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und machen die Umweltstation zum Paradebeispiel für zukunftsorientierte Wissensvermittlung. So lautet das Fazit der jetzt erschienenen Studie „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Dargestellt am Beispiel des Haus am Strom“ von Sabine Ponath. Das Lob der Sozialwissenschaftlerin kommt für Ralf Braun, Leiter der Umweltstation, gerade recht: Im Kreisrat stehen demnächst Gespräche über Fördergelder an.
Mit ihrem Buch unterm Arm nimmt Sabine Ponath beschwingt die Stufen vor dem wellenförmigen Gebäude. Direkt an der Donau gelegen, lockt das Haus am Strom vor allem im Sommer mit dem Motto „Nachhaltig mehr erleben“ Besucher an, so auch sie vor rund zwei Jahren. Die damalige Passauer Studentin interessierte das theoretische Konzept: Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Anders ausgedrückt heißt das: „Wie kann man vermitteln, so zu leben, dass die nachfolgenden Generationen mindestens genauso gut leben können wie wir selbst?“, übersetzt Sabine Ponath den sperrigen Begriff. In Zeiten von Wirtschaftskrise und Klimawandel sei dies allgemein relevant, schließlich müssten auch die Kindeskinder mit den Folgen hoher Verschuldung und Naturkatastrophen leben. „Eine gute Zukunft zu gestalten, ist eine Kompetenz wie Lesen. Wir müssen es lernen.“ Mit ihrer Magisterarbeit „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - dargestellt am Beispiel des Haus am Strom“ wollte sie auf die Bedeutung aufmerksam machen. „Es klingt vielleicht streberhaft, langweilig, aber ich habe mich aus Interesse schon vor meiner Abschlussarbeit intensiv eingelesen.“ Das zufällig gefundene Thema wurde so zur Herzensangelegenheit für die 25-Jährige, die inzwischen an ihrer Promotion mit ähnlicher Thematik arbeitet. Auf Anraten ihres Professors im Herbst 2007 entdeckte sie damals das Haus am Strom für ihre Studie und traf dabei einen hilfsbereiten Gleichgesinnten: Ralf Braun.
Ein ganzes Haus für die Nachhaltigkeit
Der Leiter der Umweltstation vermittelt bewusst zukunftsorientiertes Wissen. „Wir wollen demnächst das Thema Energie aufarbeiten“, erklärt der Biologe die geplanten Verbesserungen der Ausstellung. Es sei naheliegend, schließlich befände sich das größte deutsche Flusskraftwerk neben an: „Energie muss erzeugt und gleichzeitig gespart werden, aber wollen Sie ein Windrad vor der Tür?“ Ein Zukunftsthema mit viel Diskussionsbedarf. „Das Haus am Strom ist eine runde Sache“, stellte die gebürtige Traunsteinerin nach ihrer einjährigen Studie fest. „Das Gebäude ist vollkommen recyclebar, die Heizung betreibt das Wasserkraftwerk und Menschen mit Behinderung arbeiten hier schon einmal als Führer.“ Ökologie, Ökonomie und Soziales - also Natur, Geld und Gesellschaft - sind Eckpfeiler für langfristig gute Lebensbedingungen.
Das richtige Verhalten dafür können hier alle Altersklassen lernen: So begreifen Kinder ihren täglichen Wasserbedarf von rund 125 Litern, indem diese Wassermenge im Spiel transportieren müssen. Berufschullehrer finden Anregungen bei Vorträgen über das Donautal. „Das ist wie aus dem Lehrbuch“, erklärt die junge Frau begeistert. „Beeindruckend ist auch das Engagement der Mitarbeiter. Sie kämpfen um Bildung.“
Die positive Studie könnte bei den Diskussionen über Fördergelder helfen. Rund 60 Prozent will Ralf Braun in Kooperation mit einem Donauaquarium der österreichischen Marktgemeinde Engelhartszell bei der Europäischen Union beantragen. Doch eines ist für ihn klar: „Bildung rechnet sich nie“ - „aber rentiert sich immer“, ergänzt Sabine Ponath und übergibt ihm ihr Buch als Dank für seine Hilfe und seinen Einsatz.
„Bildung für eine nachhaltige Entwicklung. Dargestellt am Beispiel des Haus am Strom“, Sabine Ponath, Diplomica Verlag Hamburg.
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