Anbei können Sie den offenen Brief an Herrn Michael Buchholz (Sprecher des Festivals) herunterladen. Wir reagieren damit auf Presseberichte, in denen er erklärte, er hätte den Musiker Sizzla Kalonji bewusst und als “Zeichen für das Grundrecht Meinungsfreiheit” eingeladen.
Sizzla ist ein notorischer Hass-Sänger, der wiederholt zu Gewalt und Mord an Schwulen aufgerufen hat. Für das Festival musste er sogar eigens einen Vetrag unterzeichnen, in dem er zusicherte, keine solchen Beleidigungen, Morddrohungen ect. auf dem Festival zu äußern. Doch was, wenn Fans nachher CDs erwerben? Wir denken nicht, dass das unbedingt zu Mord und Totschlag führen wird - unstrittig ist aber die Tatsache, dass das homophobe und aggressive Gedankengut weiter in die Breite gebracht wird. Durch den Auftritt von Sizzla beim Chiemsee Reggae Summer wird der Hass auf Homosexuelle verharmlost - daran ändert auch der kulturelle Hintergrund des Musikers nichts.
In unserem Brief rufen wir dazu auf, das Festival aus diesem Grund zu boykottieren. Freie Meinungsäußerung ist in den Rechtswissenschaften nur so lange okay, bis jemand beleidigt oder bedroht wird. Das Grundgesetz schließt die Meinungsfreiheit dort aus, wo sie die allgemeinen Gesetze, die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und das Recht der persönlichen Ehre verletzt.

3 Kommentare
Hier übrigens ein Beschluss der GJ Bayern:
http://www.gj-bayern.de/tl_files/Beschluesse/2009_10_Regensburg_Sexismus%20und%20Homophobie%20auf%20dem%20Chiemsee%20Reggae%20Summer.pdf
Darin werden die VeranstalterInnen aufgefordert:
· Zukünftig keine Auftritte von homophoben KünstlerInnen mehr zu ermöglichen.
· Eine intensive Auseinandersetzung mit Homophobie im Reggae anzuregen.
· Ein Konzept zur umfassenden Information im Vorfeld und für eine qualifizierte Unterstützung Betroffener sexualisierter Gewalt zu entwickeln.
· Sichere Freiräume für Frauen zu schaffen.
Die GJ Bayern möchte:
· aktiv mitarbeiten und Bündnisse aus antisexistischen und antifaschistischen Gruppen unterstützen, die dort aktiv sind und diese
Forderungen vertreten
· für mehr Aufklärung sorgen
· Anlaufstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs auf Festivals
Hallo,
ich habe gehört, dass auf der Podiumsveranstaltung auch Passagen aus einer Antwort der CRS-Organisator_innen verlesen wurden. Gibt es den Antwortbrief auch irgendwo zum nachlesen?
Hallo,
das ist richtig. Der Brief war an die Grüne Münchner Fraktionsvorsitzende Lydia Dietrich gerichtet, die diesen Brief sicherlich noch hat.
Vielleicht fragen Sie einfach mal bei ihr nach: http://www.lydia-dietrich.de
Herzliche Grüße,
Sabine Ponath