Aktuelle Presse und ein empfehlenswerter Artikel

Heute ist in den Chiemsee Nachrichten ein Bericht über unsere Veranstaltung kommende Woche erschienen. Mit Bedauern musste ich darin lesen, dass niemand von den Veranstaltern zu dieser öffentlichen Diskussionsrunde kommen möchte. Ihr Argument: „Wir wollten das Thema breit in der Öffentlichkeit diskutieren und nicht in einem Zirkel mit Parteifreunden” (Quelle: http://www.chiemsee-nachrichten.de). Unsere Veranstaltung am 4. August um 19:30 Uhr im Café Lenz ist aber selbstredend kein Parteizirkel, sondern die Gelegenheit für alle Interessierten, mit uns zu diskutieren und die eigene Meinung einzubringen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Veranstalter diese Diskussion im Pressebereich auf dem Festival selbst abhalten hätten wollen. Das würde dann natürlich zur Folge haben, dass niemand, der das Festival eben nicht besuchen möchte, bzw. es boykottieren möchte, teil nehmen hätte können. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob der geschlossene Pressebereich es ermöglicht hätte, eine Veranstaltung für die “breite Öffentlichkeit” auf die Beine zu stellen.

Wir freuen uns jedenfalls über zahlreiche Beteiligung am kommenden Mittwoch!

Zum Thema “Homophobe Logiken im Rock, Hip Hop und Dancehall” ist übrigens aktuell ein sehr aufschlussreicher Artikel auf der Homepage der Bundeszentrale für politische Bildung abrufbar. Darin ist unter anderem zu lesen:

Diese Musik der Unterdrückten der Insel Jamaika, wo mehr rassistische Ghetto-Gewalt und soziale Ungleichheit herrschen als in den Vereinigten Staaten, versucht der Brutalität das Alltags mit religiösen Fluchtphantasien zu entkommen. Rastafaris und Christen, Muslime und Säkulare stimmen in den Dancehall-Parties wie selbstverständlich zu den Texten von Szene-Stars wie Buju Banton oder T.O.K. ein. Auch wenn diese gerade davon singen, dass Schwule und Lesben – gar nicht zu denken an Transgender und Transsexuelle – in der Hölle Gottes schmoren sollen. Was für den Rap “Homo” und “Faggot” sind, sind für Ragga und Dancehall “Chi Chi Man” und “Battyman” – abwertende Begriffe, die mal reale Homosexuelle adressieren, mal als Schimpfwort gegenüber Menschen benutzt werden, die man schwächen, beleidigen oder feminisieren will. Die so traurige wie groteske Wahrheit ist dabei, dass die meisten Fans dieses Spiel kritiklos mitspielen.

2 Kommentare

  1. Traunstoanah
    Veröffentlicht am 29. Juli 2010 um 23:53 | Permanenter Link

    Danke an die TS-Grünen, aber natürlich auch an Frau Noichl und Frau Kofler. Nur mit Konsequenz kommt man voran - würde eine Faschoband auf einem ähnlich großen Fest in der Region auftreten und äquivalente Hass-Texte von sich geben - kein Mensch würde auf die Idee kommen, daß sich diese Leute auf ihre “Sozialisation” berufen könnten. Homophob bleibt Homophob, egal was die CRS-Veranstalter versuchen zu argumentieren. Der alttestamentarisch-orthodoxe Rastafarianismus (insbes. die “Bobo-Ashanti”-Gruppe der Sizzla angehört) ist eindeutig und (zumindest verbal) militant homophob und damit verbietet es sich eindeutig, diesen Mann auftreten zu lassen.

    Die CRS-Veranstalter wissen doch genau was passiert, wenn sie mit ihrer Strategie durchkommen: Sie ringen ihm und seiner Band irgendeine schwindlige Unterschrift unter eine “Feel-Good-Wir-singen-keine-homophoben-Texte”-Erklärung ab - und was ist das Ergebnis? Genau - das er nämlich im richtigen Moment die Lyrics nicht selber singt sondern das Mike ins Publikum hält. Dolle Wurscht liebe CRP, könnts echt stolz auf euch sein!

    Aber, und das sollte auch immer Teil der Diskussion sein - Sizzla ist ein Headliner, aber er spricht bei weitem nicht für alle Reggaefans.

  2. alivenkickn
    Veröffentlicht am 4. August 2010 um 17:06 | Permanenter Link

    http://www.queer.de/detail.php?article_id=12441

    der punkt wo man ansetzen muß ist beim sponsor: BECKS Bremen. Und da wird die Maus keinen Faden abbeißen.

    http://www.stevenmilverton.com/2010/07/13/lsvd-wes-brot-ich-ess-des-lied-ich-sing/

    im übrigen muß man sich nur die tv werbung von becks anschauen . . .da kommt man schnell zu der aufassung das 1600 keine kriterium für eine absage sind . . . .

    hier muß die politik auf der basis des AGG ansetzen. nur DAS wird wohl nix werden . .schließlich will sich ja kein Politiker seine Zukunft verscherzen . . .

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