Grüne und “Chiemsee Reggae Summer” Veranstalter im Dialog

(Übersee / München, 21.06.2010) Das Gespräch zwischen dem Grünen Kreisverband Traunstein und den Veranstaltern des Chiemsee Reggae Summer bezüglich des Auftritts von “Sizzla” in Übersee änderte nichts an dem Boykottaufruf der Grünen. Aber es wurden einige Zugeständnisse von Seiten der Veranstalter verhandelt.
So wird auf dem CRS in diesem Jahr ein Amnesty International Stand von den Veranstaltern organisiert, auf dem über Homophobie und Hass auf Homosexuelle in Jamaika aufgeklärt werden wird. Außerdem wird der Grüne Kreisverband Traunstein im August einen Runden Tisch organisieren, bei dem die Argumente der Veranstalter mit denen der Kritiker noch einmal öffentlich ausgetauscht werden sollen. Damit soll ein offener Diskurs gewährleistet werden.
Dazu Sprecherin Sabine Ponath:

“Wir freuen uns natürlich über die Gesprächsbereitschaft des Festival Teams und über die Zugeständnisse. Im August werden wir daher gerne gemeinsam einen Runden Tisch organisieren. Dennoch bleibt unser Hauptkritikpunkt bestehen: Sizzla, ein bekennender Schwulenhasser, darf in Übersee auftreten. Wir bleiben daher bei unserem Boykottaufruf: Distanziert euch von Homophobie und Gewalt gegen Schwule, bleibt dieses Jahr daheim und schreibt den Veranstaltern eure Meinung!”

Kritik an Sizzla’ Aufritt in Übersee überzogen?

Der Artikel über Sizzla’s Aufrtitt am Chiemsee Reggae Summer im Wochenblatt (Chiemgau) stellt den Protest gegen den homophoben Musiker als “überzogen” dar. Ich finde: Es ist nicht überzogen, zu kritisieren, wenn jemand auftritt, der in mehreren Liedern dazu aufruft Homosexuelle zu töten - kultureller Hintergrund hin oder her. Ich versuche einen differenzierten Blick auf die Sache zu haben. Aufruf zur Tötung von Mitmenschen ist aber einfach unter der Gürtellinie - schlimm genug, dass man hier überhaupt erst anfangen muss zu diskutieren. Und auch mit “freier Meinungsäußerung” hat das nichts zu tun. Sie ist in den Rechtswissenschaften nur so lange okay, bis jemand beleidigt oder bedroht wird.

Zwar hat Sizzla einen Vertrag unterzeichnet, dies in Übersee zu unterlassen (schlimm genug, dass dies überhaupt nötig ist!) - aber dennoch wird Homophobie und Hass auf Homosexuelle so in die Breite gebracht und verharmlost, sei es beispielsweise nur, wenn sich jemand nach dem Konzert die CD’s des Musikers besorgt. Es geht hier gar nicht so sehr um Sizzla selbst. Es geht um eine bewusste Entscheidung der Veranstalter und um eine Verharmlosung von Gewaltandrohungen und Homophobie. Sizzla ist ein notorischer Hass-Sänger, der wiederholt zu Gewalt und Mord an Schwulen aufgerufen hat - das ist den Veranstaltern bekannt.

Wir bleiben dabei: Boykottiert die Veranstaltung!

Der Chiemgauer: Eine greifbare Vision für die Zukunft

Von links nach rechts: Dieter Janecek, Gisela Sengl, Alexander Jäger, Christophe Levannier. (Foto: Matthias Leippe)

Von links nach rechts: Dieter Janecek, Gisela Sengl, Alexander Jäger, Christophe Levannier. (Foto: Matthias Leippe)

Grüner Aktionstag zum Thema Regionalwährung

(Traunstein / 18.05.2010) “Der Zeitpunkt für eine solche Veranstaltung hätte nicht besser sein können”, betonte Sepp Daxenberger. Angesichts der aktuellen Finanzmarktkrisen sei der Blick auf Lösungsmöglichkeiten und die regionalen Wirtschaftskreisläufe um so wichtiger: “Jede Krise ist auch eine Chance!” Daxenberger nahm in seinem Grußwort Bezug auf den Aktionstag des Grünen Kreisverbands Traunstein, bzw. die wirtschaftspolitische Rundreise des Grünen Landesvorsitzenden Dieter Janecek. Am 18. Mai machte Janecek Station in Traunstein, der Heimat der Regionalwährung Chiemgauer. Zusammen mit den beiden Kreissprecherinnen Helga Mandl und Sabine Ponath, der Vorsitzenden des Grünen Landesarbeitskreises Wirtschaft Beate Walter-Rosenheimer und der Grünen Stadt- und Kreisrätin Burgi Mörtl-Körner traf sich Dieter Janecek zum Gespräch mit Christophe Levannier, dem Vorstandsmitglied des Vereins “Chiemgauer e.V.” und zugleich Leiter des Regionalbüros Traunstein. Mit dabei war auch Alexander Jäger, der das Geschäft “Frau Wolle” in Traunstein betreibt und den Umgang mit dem Chiemgauer aus Unternehmersicht erläuterte und die Handhabung praktisch darstellte.

Elisabeth Heimbucher aus Chieming diskutiert mit Alexander Jäger. (Foto: Matthias Leippe)

Elisabeth Heimbucher aus Chieming diskutiert mit Alexander Jäger. (Foto: Matthias Leippe)

Am Abend folgte eine Podiumsdiskussion im Sailer Keller, die auch die Kritikerinnen und Kritiker der Regionalwährung zu Wort kommen lassen sollte. Mehr »

Grüne wählten zwei Frauen zum Vorstand

Von links nach rechts: Willem Tette, Sepp Hohlweger, Sabine Ponath, Gabi Krutzenbichler, Helga Mandl und Achim Kraus.

Von links nach rechts: Willem Tette, Sepp Hohlweger, Sabine Ponath, Gabi Krutzenbichler, Helga Mandl und Achim Kraus.

Helga Mandl und Sabine Ponath sind Sprecherinnen des Kreisvorstands

Traunstein. Bei den Kreisvorstandswahlen von Bündnis 90 / Die Grünen Traunstein wurden Helga Mandl und Sabine Ponath zu gleichberechtigten Sprecherinnen gewählt. Kassier wurde Wilhelm Tette und Schriftführer Achim Kraus. Darüber hinaus wählten die grünen Mitglieder Sepp Hohlweger und Gabi Krutzenbichler zu Beisitzern. Helga Mandl war neben Hans Dandl bisher schon Sprecherin des Kreisvorstands, Dandl stellte sich aber nicht mehr zur Wiederwahl. Helga Mandl wurde einstimmig zu einer der beiden gleichberechtigten Sprecherinnen gewählt. Die 26-jährige Sabine Ponath aus Vachendorf, die vorletztes Jahr als Direktkandidatin im Landkreis Traunstein für die Wahl zum bayerischen Landtag ein hervorragendes Ergebnis erzielte, stellte sich ebenfalls zur Wahl als Sprecherin und wurde auf Anhieb gewählt. Mehr »

KV Traunstein ruft zum Boykott des Chiemsee Reggae Summer Festivals auf

Anbei können Sie den offenen Brief an Herrn Michael Buchholz (Sprecher des Festivals) herunterladen. Wir reagieren damit auf Presseberichte, in denen er erklärte, er hätte den Musiker Sizzla Kalonji bewusst und als “Zeichen für das Grundrecht Meinungsfreiheit” eingeladen.

Sizzla ist ein notorischer Hass-Sänger, der wiederholt zu Gewalt und Mord an Schwulen aufgerufen hat. Für das Festival musste er sogar eigens einen Vetrag unterzeichnen, in dem er zusicherte, keine solchen Beleidigungen, Morddrohungen ect. auf dem Festival zu äußern. Doch was, wenn Fans nachher CDs erwerben? Wir denken nicht, dass das unbedingt zu Mord und Totschlag führen wird - unstrittig ist aber die Tatsache, dass das homophobe und aggressive Gedankengut weiter in die Breite gebracht wird. Durch den Auftritt von Sizzla beim Chiemsee Reggae Summer wird der Hass auf Homosexuelle verharmlost - daran ändert auch der kulturelle Hintergrund des Musikers nichts.

In unserem Brief rufen wir dazu auf, das Festival aus diesem Grund zu boykottieren. Freie Meinungsäußerung ist in den Rechtswissenschaften nur so lange okay, bis jemand beleidigt oder bedroht wird.  Das Grundgesetz schließt die Meinungsfreiheit dort aus, wo sie die allgemeinen Gesetze, die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und das Recht der persönlichen Ehre verletzt.

Offener Brief Chiemsee Reggae Summer

Termine im Kreisverband Traunstein

18.05.2010

Regionalwährung “Chiemgauer” - ein Erfolg!?

Diskutieren Sie mit

Sepp Daxenberger, MdL

Dieter Janecek, Vorstand der Grünen Bayern

Christoph Levannier, “Mr. Chiemgauer im Kreis Traunstein”

Zeit: 20:00 - 22:00

Organisation: KV Traunstein

Ort der Veranstaltung: Sailer Keller, Traunstein

3. Sitzung des Parteirats

Auf seiner dritten Sitzung in diesem Jahr beschäftigte sich der bayerische Parteirat neben der Griechenlandkrise auch mit geschlechtergerechter Sprache, der Anerkennung und Umorganisation von Landesarbeitskreisen sowie der eigenen Arbeitsstruktur.

Die Entwicklungen in Griechenland und die damit verbundene Krise des Euro-Raums wurde im Parteirat intensiv diskutiert. Jerzy Montag, MdB und Mitglied des Europaausschusses des Bundestags, fasste das Grüne Vorgehen der Bundestagsfraktion zusammen. Sehr lesenswert hierzu ist der Entschließungsantrag der Fraktion, der letzte Woche im Parlament abgelehnt wurde. Insgesamt freuten sich die Parteirätinnen und Parteiräte über das besonnene Vorgehen der Bundestagsfraktion. Die Zustimmung zur Griechenlandkrise wurde, trotz aller Kritik, begrüßt. Im Gegensatz zur SPD haben sich die Grünen nicht in taktische Spielchen vor der NRW-Wahl verstrickt.

Mit einem Antrag der junggrünen Mitglieder des Parteirats (Katharina Schulze, Sabine Ponath und Matthias Gauger) erneuerte der Parteirat seine Verpflichtung, geschlechtergerechte Sprache in Verlautbarungen zu verwenden. Weiterhin wird der Parteirat zur nächsten Landesversammlung einen Antrag einbringen, um geschlechtergerechte Sprache auch in die Präambel des bayerischen Frauenstatuts aufzunehmen.

Mit großer Mehrheit begrüßte der Parteirat auch den Landesarbeitskreis Medien & Netzpolitik in der Familie der Arbeitskreise. Der Arbeitskreis ist bereits sehr aktiv und plant sein zweites offizielles Treffen für den 19. Juni mit dem Schwerpunkt Urheberrecht. Des Weiteren wurde der Landesarbeitskreis Altenpolitik offiziell aufgelöst und in den neugegründeten LAK Kinder und Jugendliche integriert. Das Themenspektrum Mehrgenerationengesellschaft soll jetzt gebündelt angegangen werden. Deswegen wurde der Arbeitskreis auch in Kinder, Jugendliche und Mehrgenerationengesellschaft unbenannt.

Im zweiten Teil der Sitzung diskutierte der Parteirat noch seine eigen Arbeitsweise. Um in Zukunft alle Bezirke Bayerns im Parteirat vertreten zu haben, wird es einen Aufruf von Landesvorstand und Parteirat an die Bezirksverbände geben. Außerdem wird es am Vorabend des großen Zukunftskongresses zum Thema Wachstum eine weitere Sitzung des Parteirats geben. Dort sollen dann weitere Dinge, wie beispielsweise ein Arbeitsprogramm, diskutiert werden.

Mehr auf www.gruene-bayern.de

Beitrag zum Call for Papers der GJ:

Was ist unser Anspruch und der Sinn von Bildung?

Nachhaltige Entwicklung als bildungspolitisches Leitbild

Ich muss meinen Kopf fassungslos schütteln. Gerade wollte ich mal nachsehen, was die bayerische Verfassung zum Thema Bildung zu sagen hat. Sie definiert die obersten Bildungsziele folgendermaßen:

„Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden. Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.”

Mal davon abgesehen, dass nicht nur der Bildungsbereich Schule für das Lebenslange Lernen und für die Bildung der Menschen zuständig ist, sondern auch die Elementarpädagogik, berufliche Aus- und Weiterbildung, Hochschulen, außerschulische Bildung und Weiterbildung, Geragogik oder schlicht informelles Lernen könnte man diese drei Sätze ziemlich zerpflücken. Denn als oberste, wichtigste Bildungsziele „Selbstbeherrschung” oder gar „Ehrfurcht vor Gott” zu benennen, hat mit der heutigen Lebensrealität der Menschheit recht wenig zu tun. Und auch die anderen Ziele, wie etwa „Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne” klingen vielleicht ganz nett, können aber nicht Hauptziel von „Bildung” an sich sein. Die Grüne Jugend stellt demgegenüber einen tieferen und umfassenderen Anspruch an Bildung. Mehr »

Presse: “Wichtig für die Zukunft unserer Kinder”

http://www.wochenblatt.de, 03.03.2010

Welche Bedeutung hat Bildung für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft? Inwiefern betrifft das uns alle? Darum geht es im neuen Buch „Bildung für nachhaltige Entwicklung” von Sabine Ponath. Die 25-jährige Vachendorferin schloss 2008 ihr Studium der Pädagogik, Psychologie und Soziologie erfolgreich ab. Derzeit arbeitet sie im Landtagsbüro von Grünen-Landeschef Sepp Daxenberger in München und bereitet daneben ihre Promotion zum Thema „Verankerung der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung an bayerischen Volkshochschulen” vor.

Frau Ponath, Sie haben gerade das Buch „Bildung für nachhaltige Entwicklung” veröffentlicht. Um was geht es darin und an wen richtet es sich?
Sabine Ponath: Bildung für nachhaltige Entwicklung klingt sperrig, bedeutet im Prinzip zusammengefasst jedoch nichts anderes als die Frage: Was muss heute gelernt werden, damit wir unser Leben so leben können, dass es unseren Kindern und Enkelkindern und den Generationen danach mindestens genauso gut geht, wie uns heute? Demnach geht das Thema natürlich alle etwas an. Praktischen Nutzen hat es einerseits für Menschen, die im Bildungsbereich arbeiten - also zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer. Außerdem könnte das Praxisbeispiel des niederbayerischen Umweltzentrums “Haus am Strom” auch für kommunale Politikerinnen und Politiker von Interesse sein.
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